Glanrinder vom Scheuerhof

GGlanrinder sind eine vom Aussterben bedrohte Rinderart. 2016 galten sie als gef├Ąhrdete Nutztierrasse des Jahres. Deshalb haben wir uns entschieden, dieser noch sehr urspr├╝nglichen Dreinutzungsrasse auf dem Scheuerhof ein neues Zuhause zu geben.

 

 

Schon im 18.Jahrhundert gab es Glanrinder in Rheinland-Pfalz. Sie sind perfekt auf das Leben im Mittelgebirge angepasst und k├Ânnen optimal die Rohfaser aus dem Gras verwerten. Daher stellen Weide, Gras und Heu das allerbeste Futter f├╝r diese Tiere dar. Im Gegensatz zu hochgez├╝chteten Milch- und Fleischrinderrassen brauchen sie kein Kraftfutter, keine Hormone oder vorbeugende Antibiotikabehandlung. Die K├╝he werden i.d.R. 15 Jahre und ├Ąlter. Unsere ├Ąlteste Kuh wurde 2000 geboren. Das sind daher echte Pers├Ânlichkeiten.

Wir haben uns zum Ziel gemacht die Glanrinder in ihrer urspr├╝nglichen Form als Dreinutzungsrasse zu z├╝chten, denn wir wollen alle 3 Qualit├Ąten erhalten. Alle Tiere haben einen hohen Glanblutanteil, von daher sind sie auch f├╝r Z├╝chter interessant.

Die 3 Qualit├Ąten der Glanrinder

Die Milch

Die Milch der Glanrinder kommt voll und ganz ihren K├Ąlbern zugute. Die K├Ąlber wachsen mit den K├╝hen im Herdenverband auf und werden erst abgesetzt, wenn die Kuh das auch von sich aus machen w├╝rde. Die Milchleistung der Glanrinder ist relativ hoch, so dass die K├Ąlber optimale Bedingungen zum Aufwachsen haben. Manche K├╝he geben uns dann auch noch etwas Milch ab, ohne dass es die K├Ąlber beeintr├Ąchtigen w├╝rde.

Das Fleisch

Man sagt, die Glanrinder seien die rheinland-pf├Ąlzische Antwort auf das japanische Kobe-Rind. Bei uns werden die Rinder ganzj├Ąhrig auf der Weide gehalten, wodurch das Fleisch einen hohen Anteil an Omega-3-Fetts├Ąuren, Antioxidantien, Vitaminen und Spurenelemente enth├Ąlt. Es ist sehr feinfaserig und zeichnet sich durch geringe G├Ąrverluste aus. Es liefert daher einen wertvollen Beitrag zu gesunder Ern├Ąhrung.

Die Pers├Ânlichkeit

W├Ąhrend die Arbeit der Glanrinder fr├╝her darin bestand, den Wagen oder den Pflug zu ziehen, d├╝rfen sie bei uns helfen gute Trainer auszubilden. Diese charakterstarken Pers├Ânlichkeiten bringen den Trainern bei, sich einem Tier mit der richtigen Einstellung und dem angemessenen Respekt zu n├Ąhern.
Au├čerdem k├Ânnen sie jedem, der es mag, helfen sich mal sch├Ân in der Herde zu entspannen und aufzutanken. Die K├╝he mit ihrer Ruhe sind daf├╝r sehr gut geeignet.

„Du bist, was du isst“. Das gilt f├╝r Rinder genau wie f├╝r uns Menschen.

Was unterscheidet das Fleisch von Gras gef├╝tterten Glanrindern zu traditionell Getreide gef├╝tterten Rindern?

R indfleisch kann mit Gras oder mit Getreide produziert werden. Das unterschiedliche Futter hat einen gro├čen Einfluss auf die Verdauung beim Tier. Dieser Einfluss endet nicht bei der Verdauung, sondern gilt auch f├╝r das Fleisch und damit auch f├╝r den Menschen, der das dann isst. Es lohnt sich also kritisch zu hinterfragen. Allein die Tatsache, dass Rinder auf der Weide sind hei├čt nicht, dass sie auch nur grasgef├╝ttert sind. All die spezialisierten Fleisch-rassen brauchen Getreide, um zu gedeihen.

Selbst, wenn das Fleisch fast gleich aussieht, so unterscheidet es sich von seinen Inhaltsstoffen doch sehr. Das beeinflusst letztendlich unser Wohlbefinden.

Der Unterschied zwischen Gras und Getreide

Beides sind nat├╝rliche Produkte, die auf dem Feld wachsen. Und beide kommen sogar von derselben Pflanzenart. Wenn die Pflanze w├Ąchst und ihre Bl├Ątter ausbildet, wird sie Gras genannt. Wenn sie ausgewachsen ist, die St├Ąngel verholzen, um die Energie in den Samen zu stecken, ist es Getreide.

So k├Ânnen auch Roggen, Gerste, Weizen oder Hafer Gr├Ąser sein, wenn sie vor dem ├ährenschieben gef├╝ttert werden. Der Unterschied liegt also streng genommen in der unterschiedlichen Erntezeit, sei es jetzt durch den Menschen oder durch die Rinder.

ÔÇ×Die Zukunft geh├Ârt denen, die an die Wahrhaftigkeit ihrer Tr├Ąume glauben!ÔÇť

Eleanor Roosvelt

Das Verdauen von Gras

K├╝he sind so ausgestattet, dass sie mit ihrem Pansen und den darin enthaltenen Mikroorganismen Gras in Proteine und Kohlehydrate aufspalten und verwerten k├Ânnen. Wir Menschen k├Ânnten uns nicht von Gras ern├Ąhren. Aber f├╝r die Pflanzenfresser hat die Evolution sind unterschiedliche Mechanismen einfallen lassen, wie sie N├Ąhrstoffe aus Gr├Ąsern freisetzen k├Ânnen. Und Rinder mit ihren 4 M├Ągen sind daf├╝r ein sehr sch├Ânes Beispiel.
Denn Rinder sind optimal auf ein Leben auf riesigen Glasfl├Ąchen angepasst. Die Bilder der riesigen B├╝ffelherden von fr├╝her in Nordamerika zeigen das eindrucksvoll.

Das Verdauen von Getreide

F├╝r die Verdauung von Getreide ist ein vollkommen anderer Mechanismus n├Âtig. Um die harte Schale der K├Ârner aufzubrechen werden andere Bakterien ben├Âtigt als die, die das Gras verarbeiten. Von diesen anderen Bakterien sind normal nur sehr wenige im Pansen der Rinder.

 

Die Grassamen werden eigentlich nur angedaut, wandern dann durch den Magen-Darm-Trakt und landen sp├Ąter wieder in einer perfekten fruchtbaren Mischung auf dem Boden, wo sie sofort loswachsen k├Ânnen. Somit hat die Natur das wieder sehr weise eingerichtet. Das Gras gibt den K├╝hen Nahrung und die K├╝he helfen, dass das Gras weiter verteilt wird und perfekte Wachstumsbedingungen hat.

Nun k├Ânnen Rinder ihre Bakterienpopulation ver├Ąndern, wenn sie mit Getreide gef├╝ttert werden. Es k├Ânnen jedoch nicht beide Populationen gleich stark vertreten sein. Entweder dominiert die eine oder die andere.
Dominieren die Gras abbauenden Bakterien ist der pH-Wert im Pansen fast neutral und liegt bei 6,4. Beim Dominieren der Getreide abbauenden Bakterien liegt er zwischen 5,3 und 5,8. Da die Messung des pH-Wertes nicht linear, sondern logarithmisch ist, bedeutet dieser scheinbar so kleine Unterschied ein 10 x saureres Millieu im Rindermagen. Das bewirkt auch, dass die Grasverarbeitenden Bakterien nicht ├╝berleben. Das ist ihnen zu sauer. Noch saurer wird es, wenn die St├Ąrke freiliegt, weil die Schale aufgebrochen ist.

Das Heu oder die Silage dient bei so gef├╝tterten Tieren eigentlich nur noch als Raufaser, um den Verdauungsprozess zu verlangsamen und um den Magen zu f├╝llen.
Jetzt k├Ânnte man fragen, weshalb die Tiere ├╝berhaupt die M├Âglichkeit haben, Getreide zu verdauen. Das ist ein nat├╝rliches Notfallsystem f├╝r Trockenzeiten, wenn alles Gras hart ist und Samen tr├Ągt. Und daf├╝r ist das mal wieder eine sehr elegante L├Âsung von Mutter Natur.

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