Warum Permakultur?

Permakultur kommt von permanenter Agrikultur. Es geht dabei darum, ein nachhaltiges System aufzubauen, indem es zum grĂ¶ĂŸtmöglichen Nutzen fĂŒr Boden, Pflanzen, Tiere und den Menschen kommt.

Permakultur geht weit ĂŒber Landwirtschaft und Gartenbau hinaus

V ielmehr ist es eine Lebenseinstellung, bei der es immer um den Vorteil fĂŒr alle geht. Es geht darum, in Garten und Landwirtschaft ein Paradies aufzubauen. Dabei sollte immer von der Natur gelernt werden. Denn eigentlich hat die Natur schon etwas Paradiesisches in sich. Nur wenn der Mensch meint, die Natur kontrollieren zu können, wird dieses Paradies zerstört. Dann kommt es zu Monokulturen und Einsatz von DĂŒnge- und Spitzmitteln.

In der Permakultur gibt es keine KunstdĂŒnger und keine Chemie. Denn wenn man mit der Natur arbeitet anstatt gegen sie, wird man mit einem hohen Ertrag und unglaublicher FĂŒlle belohnt.

Boden und Gesundheit hĂ€ngen vollkommen voneinander ab. Unsere Vorfahren lebten mit Hausgartenprojekten ohne Herbizide, Pestizide und KunstdĂŒnger. Und gute GĂ€rtner sind fĂŒr ihre VitalitĂ€t bekannt, das ist gut untersucht. Wir sollten das verbessern und ausbauen und es nicht ignorieren und wegschauen. Ihre gute Gesundheit beruht auf körperlicher Arbeit, Zeit zu reflektieren, einer bedeutungsvollen Arbeit und einem lebenslangen Interesse Neues zu lernen.

Permakultur beinhaltet viele Gebiete, z.B. im Garten: BewÀsserung, Kompostbereitung, Lebensgemeinschaften, Fruchtwechsel, usw.; im Haus: energieeffizientes Bauen, Abfallvermeidung, usw. Auch in ganz vielen anderen Bereichen im Leben kann man Permakulturprinzipien anwenden. Man muss sich daran gewöhnen, dass man es mit einem unendlichen Gebiet zu tun hat, bei dem man immer was dazu lernt.

„Der Garten ist die Apotheke des armen Mannes.“

Sprichwort

Monokulturproduktion erzeugt ErtrĂ€ge mit großem Energieinput und viel chemischer UnterstĂŒtzung. Es gibt Zahlen, dass man in der Landwirtschaft 12 Kalorien reinstecken muss, um eine Kalorie zu ernten. Das ist natĂŒrlich nicht effektiv.

An industrielle Landwirtschaft kommt man so schnell mit anderen Systemen nicht ran, es sei denn man schaut sich die Energie mal an: die Energie, die in das System hineingesteckt werden muss, im VerhĂ€ltnis zu dem, was man rausbekommt. Und dann muss man auch noch die Zeit berĂŒcksichtigen. Wie lang hĂ€lt so ein System? Die landwirtschaftlichen ErtrĂ€ge von heute werden vielleicht 60-70 Jahre halten. Dann wird alles zusammenbrechen, weil der Boden zerstört ist. Und dabei ist es auch egal in welchem Klima man sich befindet.

Wenn man sich also die hineingesteckte Energie mit der gewonnenen Energie ansieht, dann steht die Permakultur bei weitem besser da, selbst, wenn sie zu Beginn vielleicht nicht so viele ErtrÀge liefert.

Was sind die Konsequenzen fĂŒr die öffentlichen Kosten, ErnĂ€hrung, Bodengesundheit, dem Hunger in der Welt und fĂŒr unsere Gesundheit?

Es ist gut untersucht, dass ErtrĂ€ge, die nur durch hohen Energieeintrag gewonnen werden, nur vorĂŒbergehend sein können. So etwas zerstört den Boden und auch die Gesellschaft und braucht unheimlich viel Zeit, um wieder rĂŒckgĂ€ngig gemacht zu werden. Wir brauchen gar nicht große Teile der Erde verĂ€ndern, um im völligen Gleichgewicht zu sein mit gut versorgten Böden. Viele Pflanzen können sich unter schwierigen Bedingungen entwickeln. Wir brauchten eigentlich nur 6-8% des Landes, dass weltweit in der industriellen Landwirtschaft verwendet wird, um dieselbe Menge an Nahrung zu erzeugen. Und das permanent, ohne dass man sich in immer grĂ¶ĂŸere Projekte, die immer zerstörender sind, verwickeln muss. Wir können dieselbe Menge an Nahrung herstellen, wenn wir diese Herstellung dahin verlegen, wo die Leute leben: urbane Landwirtschaft und auch auf dem Land, wo es passt. Es ist völlig falsch gedacht, dass unsere moderne Landwirtschaft die zukĂŒnftige ErnĂ€hrung sicherstellen wird. Nur einzelne GĂ€rtner und MarktgĂ€rtner werden in der Lage sein, das zu erreichen. 90% der FlĂ€che, die heute von der industriellen Landwirtschaft genutzt wird, könnte zurĂŒck zur Wildnis werden. Und das hĂ€tte weitreichende positive Effekte auf die WasserkreislĂ€ufe und das regionale Klima.

Superfoods aus unserem Permakultur-Garten in Bombogen

Böden können Krankheiten enthalten und ĂŒbertragen und Antibiotika. Pflanzen können Antibiotika aufnehmen und wir nehmen sie dann in immer höheren Konzentrationen auf. Tiere scheiden u.U. resistente Antibiotika, Hormone und Biozide aus. Unsere Nahrung kann uns also helfen oder Probleme bereiten. Eine natĂŒrliche Widerstandskraft entsteht in der Regel durch natĂŒrliche Stoffe, die uns ĂŒber die Nahrung erreichen: Vitamine, Mineralien, Spurenelemente erhalten die Funktionen von vielen metabolischen Prozessen.

Die Menschen sind ursprĂŒnglich adaptiert an lokale Böden und Pflanzen und den NĂ€hrwert. Die lokalen Lebensmittel sind also die, die die Menschen in der Gegend optimal versorgen können, vorausgesetzt sie werden entsprechend gesund produziert. Die globalen Transporte heutzutage sind da sehr fraglich.

Der Garten zuhause stellt das geringste Risiko bei höchstmöglichen Nutzen dar. Das sollten die Menschen wissen. Wenn wir den Boden wieder wirklich gesund machen wollen, mĂŒssen wir mit dem beginnen, was wir haben. Wir haben selten alle NĂ€hrstoffe, die unsere Pflanzen zum Wachsen brauchen. Gute GĂ€rtner und Bauern zielen auf ein nachhaltiges System wohl wissend, dass es 3 bis 4 Jahre dauert einen guten Gartenboden zu entwickeln. Und es braucht 10 bis 15 Jahre einen komplett zerstörten Boden wiederherzustellen. In einem permanenten System ist das aber nicht lang. Es kann sogar noch lĂ€nger dauern, wenn der Boden mit viel Chemie belastet ist. Es gibt schon eine ernsthafte Verschmutzung von Böden und Wasser. Die großflĂ€chige Anwendung von Chemikalien kann weitreichende Konsequenzen haben. In manchen Gegenden mĂŒssen Boden und Wasser fĂŒr Jahrzehnte aus der Lebensmittelherstellung herausgenommen werden. Radioaktive Verschmutzung kann das Land fĂŒr hunderte oder tausende Jahre unbrauchbar machen. Und die Kosten, die entstehen, um Böden wieder herzustellen ĂŒbersteigen schon jetzt bei weitem die Gewinne, die heutzutage erzielt werden.

Kupfer, Arsen und Ă€hnliche Stoffe findet man im Boden von Obstplantagen mit allen möglichen Gesundheitsproblemen. Bienen können da zum Teil schon nicht mehr eingesetzt werden. Es ist nicht leicht, das wieder rĂŒckgĂ€ngig zu machen. Aber es gibt einige Strategien.

Fleisch, Milch und Eier können oft viele Biozide enthalten. Sie sollten alle organisch produziert werden. Wald wird fĂŒr viele Böden die einzige Option sein.

GemĂŒse aus dem Garten sollte getestet werden, wenn man ganz sicher sein will. Das Grundwasser unter Höfen kann bis zu 90 verschiedene Biozide und DĂŒngemittelbestandteile enthalten. Bei Fabriken können noch ganz andere Stoffe, ins Wasser gelangen. Man sollte selbst Leitungswasser mit Vorsicht genießen. Regenwasser ist auch viel besser zur BewĂ€sserung im Garten. Der Kreislauf durch die AtmosphĂ€re ist viel sicherer als der Kreislauf ĂŒber das Grundwasser.

Wenn wir uns wirklich um die menschliche ErnĂ€hrung und Gesundheit kĂŒmmern wollen, haben wir es mit einem komplexen Thema zu tun, wo viel debattiert wird. Aber es gibt 3 Tatsachen, die leicht nachzuweisen ist:

  1. Eine gemischte omnivore DiÀt war normal in der menschlichen Geschichte. Zu einseitige Nahrung ergibt gesundheitliche Probleme. Ein gesundes lokales Essen im Zusammenhang mit einem aktiven Leben haben sich als gesund erwiesen.
  2. Die IndustrielĂ€nder sind belastet mit Gesundheitsproblemen. Verarbeitete und aufbereitete Nahrung und tierische Fette von schlecht gefĂŒtterten Tieren verursachen die meisten Probleme.
  3. Die Interaktion von Nahrung, Boden, Spurenelementen, natĂŒrlichen DĂŒngemitteln und ph-Wert ist ein sehr komplexer Zusammenhang.

Produktion mit chemischen KunstdĂŒngern, speziellen PflanzenzĂŒchtungen und Anbaumethoden beachtet nicht die NĂ€hrwerte. Eine Überversorgung mit Makroelementen verursacht große Defizite an Mikroelementen.

Gesundheit kann erhalten werden, indem man gesunde Pflanzen und Tiere isst und Biozide und Verschmutzungen vermeidet, indem man aktiv bleibt mit entsprechenden Übungen, indem man sauberes Wasser trinkt, indem man so glĂŒcklich und positiv wie möglich ist und indem man durch Lernen immer wieder stimuliert wird.

Da kann die Permakultur in großem Maße zu beitragen.

Es wird also höchste Zeit, dass ein Umdenken stattfindet. Wie das aussehen kann, wollen wir hier auf dem Scheuerhof zeigen. Nach Absprache ist eine Besichtigung jederzeit möglich. Wir wollen gerne alle Interessierten an unseren Erfahrungen teilhaben lassen.

Mehr Infos in unserem Blog

Kurs zum Ganzheitlichen Management

Grundlagen des Ganzheitlichen Managements 3-tĂ€gige Ausbildung Kursbeschreibung:  Dieser Kurs deckt die Grundlagen des ganzheitlichen Managements ab: Die vier SchlĂŒsselerkenntnisse. Die vier VorgĂ€nge im Ökosystem und wie man deren ZustĂ€nde beurteilt. Die Werkzeuge, um...

mehr lesen

Werden Sie Bodenpate!

Eine wirklich gesunde ErnÀhrung gibt es nur von einem wirklich gesunden Boden. Gesunder Boden bedeutet ein florierendes Reich an Organismen im Boden. Die haben aber in den letzten Jahrzehnten durch die gÀngigen Bearbeitungsmethoden sehr gelitten. Wir wollen gerne...

mehr lesen

Groundswell 2018

ErnĂ€hrung geht uns alle an Die BodenqualitĂ€t und damit die QualitĂ€t der Lebensmittel hat in den letzten Jahren mehr und mehr abgenommen. Verantwortlich fĂŒr diese Entwicklung sind die gĂ€ngigen landwirtschaftlichen Bearbeitungstechniken. Der Anbau im Einklang mit der...

mehr lesen

Copyrighted Image