Ganzheitliches Management

GGanzheitliches Management ist ein Prinzip Entscheidungen zu treffen, die sozial, ökonomisch und ökologisch von Vorteil sind. Gerade wir in der Landwirtschaft, die direkt mit dem Land arbeiten, haben es in der Hand das Ökosystem um uns herum immer weiter zu verbessern.

Das Schöne daran ist, dass das eine win-win-win-Situation schafft. Arbeiten wir im Sinne der Natur schafft das zum einen wieder Ansehen in der Bevölkerung. Zum anderen können wir uns aus AbhĂ€ngigkeiten von der Agrarindustrie befreien und wirklich wieder unser eigener Herr sein. Außerdem ist es finanziell durchaus lohnend, denn dieser Aspekt spielt bei allen Entscheidungen eine wichtige Rolle. Und nicht zuletzt bauen wir damit qualitativ hochwertige Lebensmittel an, die die Menschen sehr wertschĂ€tzen. Man darf Ganzheitliches Management nicht mit Bio gleichsetzen und den damit oft verbundenen geringeren ErtrĂ€gen. Arbeiten mit der Natur bedeutet ihr volles Potential auszuschöpfen, von dem wir momentan noch nicht mal eine Ahnung haben. Wir haben z.B. unsere Grasproduktion schon immens gesteigert obwohl wir schon seit 2017 nicht mehr mit KunstdĂŒnger dĂŒngen. So macht Landwirtschaft wieder Spaß.

Wir beweiden nicht, wir regen an zum Wachstum.

Die 3 QualitÀten der Glanrinder

Die Milch

Die Milch der Glanrinder kommt voll und ganz ihren KĂ€lbern zugute. Die KĂ€lber wachsen mit den KĂŒhen im Herdenverband auf und werden erst abgesetzt, wenn die Kuh das auch von sich aus machen wĂŒrde. Die Milchleistung der Glanrinder ist relativ hoch, so dass die KĂ€lber optimale Bedingungen zum Aufwachsen haben. Manche KĂŒhe geben uns dann auch noch etwas Milch ab, ohne dass es die KĂ€lber beeintrĂ€chtigen wĂŒrde.

Das Fleisch

Man sagt, die Glanrinder seien die rheinland-pfÀlzische Antwort auf das japanische Kobe-Rind. Bei uns werden die Rinder ganzjÀhrig auf der Weide gehalten, wodurch das Fleisch einen hohen Anteil an Omega-3-FettsÀuren, Antioxidantien, Vitaminen und Spurenelemente enthÀlt. Es ist sehr feinfaserig und zeichnet sich durch geringe GÀrverluste aus. Es liefert daher einen wertvollen Beitrag zu gesunder ErnÀhrung.

Die Persönlichkeit

WĂ€hrend die Arbeit der Glanrinder frĂŒher darin bestand, den Wagen oder den Pflug zu ziehen, dĂŒrfen sie bei uns helfen gute Trainer auszubilden. Diese charakterstarken Persönlichkeiten bringen den Trainern bei, sich einem Tier mit der richtigen Einstellung und dem angemessenen Respekt zu nĂ€hern.
Außerdem können sie jedem, der es mag, helfen sich mal schön in der Herde zu entspannen und aufzutanken. Die KĂŒhe mit ihrer Ruhe sind dafĂŒr sehr gut geeignet.

„Du bist, was du isst“. Das gilt fĂŒr Rinder genau wie fĂŒr uns Menschen.

Was unterscheidet das Fleisch von Gras gefĂŒtterten Glanrindern zu traditionell Getreide gefĂŒtterten Rindern?

R indfleisch kann mit Gras oder mit Getreide produziert werden. Das unterschiedliche Futter hat einen großen Einfluss auf die Verdauung beim Tier. Dieser Einfluss endet nicht bei der Verdauung, sondern gilt auch fĂŒr das Fleisch und damit auch fĂŒr den Menschen, der das dann isst. Es lohnt sich also kritisch zu hinterfragen. Allein die Tatsache, dass Rinder auf der Weide sind heißt nicht, dass sie auch nur grasgefĂŒttert sind. All die spezialisierten Fleisch-rassen brauchen Getreide, um zu gedeihen.

Selbst, wenn das Fleisch fast gleich aussieht, so unterscheidet es sich von seinen Inhaltsstoffen doch sehr. Das beeinflusst letztendlich unser Wohlbefinden.

Der Unterschied zwischen Gras und Getreide

Beides sind natĂŒrliche Produkte, die auf dem Feld wachsen. Und beide kommen sogar von derselben Pflanzenart. Wenn die Pflanze wĂ€chst und ihre BlĂ€tter ausbildet, wird sie Gras genannt. Wenn sie ausgewachsen ist, die StĂ€ngel verholzen, um die Energie in den Samen zu stecken, ist es Getreide.

So können auch Roggen, Gerste, Weizen oder Hafer GrĂ€ser sein, wenn sie vor dem Ährenschieben gefĂŒttert werden. Der Unterschied liegt also streng genommen in der unterschiedlichen Erntezeit, sei es jetzt durch den Menschen oder durch die Rinder.

„Die Zukunft gehört denen, die an die Wahrhaftigkeit ihrer TrĂ€ume glauben!“

Eleanor Roosvelt

Das Verdauen von Gras

KĂŒhe sind so ausgestattet, dass sie mit ihrem Pansen und den darin enthaltenen Mikroorganismen Gras in Proteine und Kohlehydrate aufspalten und verwerten können. Wir Menschen könnten uns nicht von Gras ernĂ€hren. Aber fĂŒr die Pflanzenfresser hat die Evolution sind unterschiedliche Mechanismen einfallen lassen, wie sie NĂ€hrstoffe aus GrĂ€sern freisetzen können. Und Rinder mit ihren 4 MĂ€gen sind dafĂŒr ein sehr schönes Beispiel.
Denn Rinder sind optimal auf ein Leben auf riesigen GlasflĂ€chen angepasst. Die Bilder der riesigen BĂŒffelherden von frĂŒher in Nordamerika zeigen das eindrucksvoll.

Das Verdauen von Getreide

FĂŒr die Verdauung von Getreide ist ein vollkommen anderer Mechanismus nötig. Um die harte Schale der Körner aufzubrechen werden andere Bakterien benötigt als die, die das Gras verarbeiten. Von diesen anderen Bakterien sind normal nur sehr wenige im Pansen der Rinder.

 

Die Grassamen werden eigentlich nur angedaut, wandern dann durch den Magen-Darm-Trakt und landen spĂ€ter wieder in einer perfekten fruchtbaren Mischung auf dem Boden, wo sie sofort loswachsen können. Somit hat die Natur das wieder sehr weise eingerichtet. Das Gras gibt den KĂŒhen Nahrung und die KĂŒhe helfen, dass das Gras weiter verteilt wird und perfekte Wachstumsbedingungen hat.

Nun können Rinder ihre Bakterienpopulation verĂ€ndern, wenn sie mit Getreide gefĂŒttert werden. Es können jedoch nicht beide Populationen gleich stark vertreten sein. Entweder dominiert die eine oder die andere.
Dominieren die Gras abbauenden Bakterien ist der pH-Wert im Pansen fast neutral und liegt bei 6,4. Beim Dominieren der Getreide abbauenden Bakterien liegt er zwischen 5,3 und 5,8. Da die Messung des pH-Wertes nicht linear, sondern logarithmisch ist, bedeutet dieser scheinbar so kleine Unterschied ein 10 x saureres Millieu im Rindermagen. Das bewirkt auch, dass die Grasverarbeitenden Bakterien nicht ĂŒberleben. Das ist ihnen zu sauer. Noch saurer wird es, wenn die StĂ€rke freiliegt, weil die Schale aufgebrochen ist.

Das Heu oder die Silage dient bei so gefĂŒtterten Tieren eigentlich nur noch als Raufaser, um den Verdauungsprozess zu verlangsamen und um den Magen zu fĂŒllen.
Jetzt könnte man fragen, weshalb die Tiere ĂŒberhaupt die Möglichkeit haben, Getreide zu verdauen. Das ist ein natĂŒrliches Notfallsystem fĂŒr Trockenzeiten, wenn alles Gras hart ist und Samen trĂ€gt. Und dafĂŒr ist das mal wieder eine sehr elegante Lösung von Mutter Natur.

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