Es scheint so naheliegend, dass – will man einen Gegenpool zur intensiven Landwirtschaft bilden – man auf die Idee kommt, das Land einfach liegen zu lassen und es höchstens extensiv zu bewirtschaften. Aber: Extensiv ist nicht die Lösung.

Denn es ist wie so oft im Leben:

Macht man einfach nur das Gegenteil von dem, was falsch ist, ist das noch lange nicht richtig!

1950 – Die Ufer des Flusses Zambezi waren stabil und gut bewachsen, trotz hoher Wildzahlen und Jagd und Gärtnern durch Menschen (Fotos: Savory Institut)

1980 – Die Ufer des Zambesi Flusses innerhalb des Nationalparks haben fast keine Vegetation mehr, obwohl der Wildbesatz stark reduziert wurde und die jagenden und gärtnernden Menschen verbannt wurden.

Es gibt ganz viele solcher Beispiele überall auf der Welt. Auch hier bei uns wird immer mehr Extensivität gefordert und auch gefördert.

Hier mal einige Fakten:

Was heißt eigentlich intensiv?

Es ist ganz spannend, sich darüber mal Gedanken zu machen. Heißt es, dass man besonders viel Arbeit hereinsteckt? Oder besonders viel Ertrag bekommt? Vielleicht eine Kombination?

Aber:

Gut funktionierende natürliche Systeme können mehr produzieren! Ein Beispiel ist der Urwald. Auf unterschiedlichen Ebenen wachsen die Pflanzen und produzieren viel mehr Biomasse als man auf der gleichen Fläche Ackerland anbauen könnte. In Waldgärten wird dieses Prinzip nachgestellt.

Arbeit bedeutet in der Regel auch fossile Brennstoffe, ist also fraglich, ob das erstrebenswert ist.

Warum kann extensiv keine Lösung sein?

Alle Beispiele extensiver Bewirtschaftung verarmen das Land. Lässt man ein Stück Land fast völlig ungenutzt, verhungert es im wahrsten Sinne des Wortes. In wärmeren Umgebungen ist das das beste Rezept Wüsten entstehen zu lassen. Wir haben das Glück, dass wir mehr Wasser haben, die Auswirkungen also nicht ganz so schlimm sind.

Das ist nicht natürlich. Nehmen wir das Grasland. Grasland hat sich seit Jahrmillionen gemeinsam mit den Grasfressern entwickelt. Das Grasland braucht die Grasfresser, wie die Grasfresser das Grasland brauchen. Gras will abgeweidet werden um sein ganzen Potenzial zu entfalten. Natürlich waren große Herden an Grasfressern und nicht wenige Tiere auf großen Flächen. Damit wird eben intensiv gegen die Natur gearbeitet.

Artenreichtum beginnt im Boden

Ein gesunder Boden strotzt vor Leben. Schaut man ihn sich unterm Mikroskop an, dann wimmelt es nur so. Um das zu erreichen braucht es jedoch auch einen vor Energie strotzenden Bewuchs und keine verarmte extensiv bewirtschaftete Fläche. Denn nur dann können die Pflanzen genug Nahrung in den Boden abgeben, um all die Bodenorganismen zu versorgen.

Mit Artenreichtum im Boden entsteht auch Artenreichtum über der Erde. Insekten finden genug Nahrung. Damit kommen die Vögel, deren Tisch dann reich gedeckt ist. Diese wiederum bringen Samen mit von den unterschiedlichsten Pflanzen.

Das ganze System wird produktiv und artenreich!

Wir müssen umdenken

Es kann nicht heißen intensiv oder extensiv, denn beides ist nicht im Sinne der Natur und nicht nachhaltig. Die Natur hat über viele Millionen Jahre ein System entwickelt, wie sie vor Produktivität und Artenreichtum nur so strotzen kann. Wir müssen lernen in ihrem Sinne zu denken. Die Landwirtschaft der Zukunft kann weder extensiv noch intensiv sein, sondern extrem produktiv durch Arbeiten mit der Natur.

Ganzheitliches Management

Ganzheitliches Management macht es möglich die natürlichen Prozesse (Wasserkreislauf, Nährstoffkreislauf, Energiefluss und Gemeinschaftsdynamiken) immer besser zu verstehen und zu verbessern. Damit können wir die Natur unterstützen ihr volles Potenzial zu entfalten. Dabei können wir die Natur nicht beherrschen, sondern nur von ihr immer wieder lernen. Denn eigentlich ist alles schon längst da und das zum Wohle aller. Wir müssen es nur sehen und nutzen lernen.

Unser nächster Kurs zum ganzheitlichen Management zusammen mit dem Savory Hub in England findet vom 26. März bis zum 3. April 2020 statt bei uns auf dem Hof statt.

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