Im zweiten Jahr des ganzheitlichen Managements auf dem Scheuerhof sehen wir schon deutliche Veränderungen. Die Trockenheit hatte bei uns längst nicht so viele Auswirkungen wie anderswo. Schon allein deswegen hat sich die Umstellung und das Arbeiten mit der Natur gelohnt. 

Vier Ökosystemprozesse

Beim ganzheitlichen Management ist es das Ziel mit der Natur zu arbeiten. Im Mittelpunkt stehen die vier Ökosystemprozesse:

  • Wasserkreislauf
  • Mineralstoffkreislauf
  • Gemeinschaftsdynamiken
  • Energiefluss

Mit allem, was man tut, versucht man diese vier Prozesse zu optimieren. Dazu gehört z.B. dass der Boden immer bedeckt ist und das viel grünes Material zur Photosynthese vorhanden sind. Um das möglichst vielfältig zu gestalten, möchte man auch viele unterschiedliche Pflanzenarten haben.

Mikroorganismen

Eine Schlüsselstellung im ganzen System haben die Mikroorganismen. Letztendlich führen alle vier Ökosystemprozesse dazu, dass diese sich optimal entfalten können. Sie bringen Nährstoffe aus tieferen Bodenschichten und Pilzgeflechte verlängern die Pflanzenwurzeln um ein Vielfaches. Dadurch haben die Pflanzen auch bei Trockenheit noch Zugang zu Wasser.

Der bedeckte Boden schützt die Mikroorganismen vor Hitze und Trockenheit. Außerdem bekommen sie durch das verrottende Pflanzenmaterial reichlich Nahrung. Die grünen Pflanzen geben ca. 30 % der bei der Photosynthese produzierten Kohlehydrate in den Boden ab zur weiteren Versorgung der Mikroorganismen. Deswegen ist es wichtig, dass das Gras nie ganz kurz abgemäht oder abgeweidet wird.

Herausforderung bei der Umstellung

Das Schwierigste für uns bei der Umstellung war, dass wir damit entgegen dem handeln mussten, was  man in der Landwirtschaftsausbildung gelernt hat. Das, was wir früher als Verschwendung angesehen hätten, wenn z.B. noch so viel Gras steht bzw. die Kühe alles zertrampeln, ist jetzt von großem Vorteil. Das hat uns bei dieser Trockenheit sehr geholfen. Und, wenn man es mal verstanden hat, ist es auch ganz logisch. Auch die Tatsache, dass Dünger eher schädlich ist, weil damit die Pflanzen nicht mehr auf die Mikroorganismen angewiesen sind und denen entsprechend auch nichts mehr „abgeben“, ist sehr verständlich. Da die Mikroorganismen aber nun mal bei der Versorgung der Umwelt eine sehr große Rolle spielen, werden die Nachteile von Kunstdünger sehr deutlich. Nur lernt man das leider auch nicht in der Schule.

Von der Natur lernen

Wenn man jedoch bereit ist, sich zurückzunehmen, mal zu schauen, wie es denn die Natur macht, und sie dann bei ihrem Vorhaben bestmöglich unterstützt, sieht man schnell die Ergebnisse. Das Video ist von Mitte August, nach zwei Monaten Trockenheit mit Temperaturen von 30°C und mehr.

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