Seit März 2017 wird für eine gesunde Ernährung auf dem Scheuerhof der Garten zu einem Waldgarten nach Permakultur-Ideen aufgebaut. Dabei stießen wir auf das spannende Thema der Spurenelemente. Denn ein Ziel ist es, die Pflanzen so zu vergesellschaften, dass sie sich gegenseitig optimal mit Spurenelementen versorgen. Dabei spielt die Bodenversorgung natürlich auch eine Rolle und damit letztendlich auch die Versorgung der Rinder, die mit ihrem Mist zur Bodenversorgung beitragen. Im ganzen Kreislauf sollten letztendlich mal alle gut versorgt sein, d.h. es soll eine gesunde Ernährung vorliegen für Pflanzen, Tiere und Menschen.

Nun bin ich ja durchaus genug Wissenschaftler, um das schon gerne objektiv messen zu wollen, um dann auch später wirklich belegen zu können, was sich verändert hat. Dazu gehören dann also eine Bodenuntersuchung und eine Blutuntersuchung bei den Rindern. Es ergab sich aber so, dass wir als erstes eine Blutuntersuchung auf sämtliche Vitamine und Mineralien bei uns selber machten. Da wir ja auch ein Teil des Kreislaufs sind, ist auch das ja ein brauchbarer Messwert.

Nun ernähren wir uns schon seit 2 Jahren bewusst gesund, d.h. ohne Fertigprodukte und viel mit Bio. Die Werte waren ernüchternd. Gesamteiweiß zu niedrig bei durchaus hohen Fleischverzehr; Vitamin D zu niedrig, obwohl wir viel draußen und in der Sonne sind und viele der Spurenelemente zu niedrig (Eisen, Magnesium, Selen,…). Das hätte ich so nicht erwartet.

Nun gibt es die Ansicht, dass man sich heute ohne Nahrungsergänzungsmittel gar nicht mehr richtig ernähren kann. Die Blutwerte sprachen dafür. Aber woran kann das liegen? Es muss doch gehen, dass man mit gesunder Ernährung auch messbar optimal versorgt ist!?

Das ließ meinem Forschergeist keine Ruhe. Einen ersten Hinweis bekam ich in dem Buch „Natural Cattle Care“ von Pat Coleby, wo es um die Mineralstoffversorgung von Rindern geht. Dort las ich u.a. dass die Pflanzen bei der Gabe von Kunstdünger z.B. Magnesium, aber auch andere Elemente,  gar nicht in genügendem Maße aufnehmen können, selbst wenn es im Boden vorhanden wäre. Aha, kein Magnesium in den Pflanzen bedeutet auch kein Magnesium im Fleisch und beides kein Magnesium in meinem Blut. In „Teaming with Fungi“ (Jeff Lowenfels) las ich, dass ein Pflügen oder Umgraben des Bodens das feine Pilzgeflecht zerstört, dass Pflanzen brauchen, um optimal mit Nährstoffen versorgt zu werden. Das haben wir auch bei Bioprodukten.

Und dann stieß ich auf 2 Studien, die sich mit der Entwicklung der Inhaltsstoffe im Gemüse im Laufe der Jahre befassten.

Das alles erklärt schön, warum man sich heute ohne Nahrungsergänzungsmittel kaum noch optimal ernähren kann.

Zum Glück bietet die Permakultur und das ganzheitliche Weidemanagement dafür eine Lösung. Denn das Ziel ist eine große Artenvielfalt, so dass der Boden, die Pflanzen, die Tiere und damit letztendlich auch der Mensch mit allen nötigen Spurenelementen versorgt sind. Jetzt bin ich gespannt, wie lange das dauert, bis wir das erreichen. Es bleibt spannend.

Unser Ziel auf dem Scheuerhof wird es also sein, die Artenvielfalt so zu steigern, und damit die Bodenorganismen optimal zu fördern, um Nahrungsmittel zu produzieren, die man dann nicht mehr mit Nahrungsergänzungsmitteln ergänzen muss. Die wachsenden Pflanzen sollen so gesund  und inhaltsvoll sind, dass unsere Ernährung optimal wird. Und ich finde es toll, wenn wir das dann anhand der Blutwerte zeigen können.

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