Eine wirklich gesunde Ernährung gibt es nur von einem wirklich gesunden Boden. Gesunder Boden bedeutet ein florierendes Reich an Organismen im Boden. Die haben aber in den letzten Jahrzehnten durch die gängigen Bearbeitungsmethoden sehr gelitten. Wir wollen gerne zeigen, wie man das wieder rückgängig machen kann, bzw. überhaupt wie ein gesunder Boden aussehen kann. Zur Unterstützung suchen wir Bodenpaten.

Wie der Boden durch die Bearbeitung leidet

Alle gängigen Bearbeitungsmethoden, die die Landwirtschaft anwendet, schaden dem Boden. Durch Pflügen, Eggen und Grubbern, also jeder Form der Bodenbearbeitung werden Reiche an Organismen zerstört. Bewässern, Düngen und die Anwendung von Bioziden sind ebenfalls schädlich. Auch Brache ist nicht fördernd für die Bodenorganismen. Durch alles wird Kohlenstoff in die Atmosphäre entlassen, was den Humusgehalt des Bodens und damit die Wohnräume und Nahrungsgrundlagen der Bodenorganismen verringert. Dabei ist es übrigens egal ob bio oder konventionell. Denn die Bearbeitungsmethoden sind in dieser Hinsicht sehr ähnlich. Und auch im Bioanbau werden Fungizide oder Pestizide angewandt, die eben dafür zugelassen sind, deshalb jedoch ebenfalls Schaden anrichten.

Den Bodenorganismen wieder ein Zuhause geben

Wenn man den Boden wieder so herstellen will, wie es von der Natur vorgesehen ist, muss der Humusgehalt erhöht werden. Viele landwirtschaftliche Böden haben nur mehr 1-2%. Er könnte jedoch bei 10% liegen. Wenn man es schafft, den Humusgehalt um 1 – 1,5% jedes Jahr zu erhöhen, ist das schon eine gute Zahl.

Jedes Ernten verlangsamt den Prozess, weil organisches Material abgefahren wird. Könnte alles auf dem Feld gelassen werden, oder noch besser: könnten gezielt Pflanzen angebaut werden, die nur zur Bodenverbesserung dienen, kann der ganze Prozess natürlich beschleunigt werden.

Das bedeutet jedoch einen Ernteausfall für den Landwirt. Da ein gesunder Boden und mit ihm eine gesunde Ernährung jedoch alle angeht, wäre es hilfreich wenn es Menschen gäbe, die sich an dem Prozess beteiligen wollen.

Daher die Idee der Bodenpaten

Jeder, der Bodenpate sein möchte, kann einen Betrag seiner Wahl spenden. Ist das Geld zusammen, welches ein Feld einer Größe eines Hektars erwirtschaften kann, kann dieser Hektar unseres Landes aus der Produktion genommen werden und der ganze Anbau kann sich auf die Bodenverbesserung konzentrieren. Wir legen einen Gewinn von 600 Euro/Hektar zugrunde. Das ist natürlich abhängig von dem, was angebaut wird. Von daher ist es ein relativ niedriger Wert.

Es gibt schon Zahlen, dass diese Umstellung 3 bis 5 Jahre dauert. Die Laufzeit als Bodenpate beträgt jedoch nur ein Jahr. Danach kann sich jeder neu entscheiden, ob er weiter mitmacht oder nicht.

Was hat ein Bodenpate davon?

Die Bodenpaten werden natürlich an dem Prozess beteiligt.

  • Sie bekommen Informationen und Berichte, wie sich „ihr“ Acker entwickelt.
  • Sie können „ihren“ Acker jederzeit besuchen kommen. Dadurch lernt man natürlich auch eine Menge darüber, wonach man schauen muss, wenn es um die eigene Ernährung geht.
  • Außerdem verringert jeder damit seinen ökologischen Fußabdruck, den er u.a. durch den CO2-Verbrauch im Leben hinterlässt. Dabei wird unser Verhalten mit der Kapazität der Erde in Zusammenhang gesetzt. In Deutschland übersteigen wir diese Kapazitäten um das 2,5fache. Durch diese Art der Bodenbearbeitung können wir unseren ökologischen Fußabdruck verkleinern. Es wird nämlich auch CO2 aus der Atmosphäre wieder in den Boden gebracht. Damit tut also jeder was für die Umwelt und gegen den Klimawandel.
  • Wenn dann in einigen Jahren von diesem Acker wieder Ertrag geerntet werden kann, bekommen die Bodenpaten natürlich als erste davon. Das kann dann z.B. guter Weizen sein.

Die Bodenpaten besuchen ihren Acker

Die ersten Bodenpaten besuchen ihren Acker

Wir konnten einen sehr artenreichen Acker präsentieren, bei dem man über 30 verschiedene Pflanzen finden konnte. Auffällig war, wie viele Schmetterlinge über den Acker geflogen sind im Vergleich zu den umliegenden Äckern. Alle konnten das florierende Leben beobachten. Da die Regel gilt, „Wie oben so unten“ kann sich auch jeder vorstellen, wie der Boden und seine Organismen von diesem Bewuchs profitieren.

Wie geht es weiter?

Jetzt wird die Arbeitsweise der Natur nachgeahmt, um die Bodenorganismen zu fördern.

Dabei werden folgende Punkte im Auge behalten:

  • So wenig wie möglich mechanische Bodenbearbeitung
  • Die Bodenoberfläche immer bedeckt halten
  • Möglichst immer lebende Wurzeln im Boden
  • Hohe Artenvielfalt

Dabei muss ausprobiert und geforscht werden. Diese Art der Bodenbearbeitung ist neu. Sie erfordert ein Umdenken und auch andere Maschinen. Es gibt in anderen Ländern schon einige Vorreiter. Allerdings muss die Pflanzenauswahl unserem Klima angepasst werden. Es wird also ein Lernprozess stattfinden, bei dem bestimmt auch nicht immer alles funktionieren wird. Aber so ist es, wenn man Pionierarbeit macht. Bei allem steht aber die ständige Bodenverbesserung im Vordergrund.

Möchten auch Sie Bodenpate werden?

Schicken Sie uns eine Email an scheuerhof(at)t-online.de, Sie bekommen dann weitere Informationen.

Wir freuen uns auf alle, die sich an diesem spannenden Projekt beteiligen wollen!

 

 

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